Ministerrat verabschiedet Bäderkonzeption Baden-Württemberg – Strategisches Konzept 2020
Wirtschaftsminister Ernst Pfister: „Baden-Württemberg ist Bäderland Nummer eins in Deutschland
Der Heilbäderwirtschaft in Baden-Württemberg eine zukunftsorientierte Ausrichtung zu geben, ist Ziel der "Bäderkonzeption Baden-Württemberg – Strategisches Konzept 2020“, der der Ministerrat heute zugestimmt hat. „Das Konzept wird dem Anspruch „Bäderland Nummer eins“ sowie der hohen arbeitsmarktpolitischen und wirtschaftlichen Bedeutung gerecht und sichert die Einrichtungen sowie die Branche insgesamt in ihrer Existenz und positioniert sie nachhaltig“, erklärte Wirtschaftsminister Ernst Pfister.
Das Wirtschaftsministerium hat im Juli 2008 das Beratungsunternehmen Reppel + Partner Karlsruhe mit einer Bäderkonzeption des Landes beauftragt. Sie wurde in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium, dem Heilbäderverband Baden-Württemberg e. V. sowie Repräsentanten und Akteuren der Heilbäderwirtschaft in den Heilbädern und Kurorten erarbeitet. Schwerpunkt ist neben einer Situations- und Marktanalyse insbesondere eine Strategieskizze mit konkreten Empfehlungen und der weiteren Vorgehensweise.
Die Situationsanalyse macht deutlich, dass Baden-Württemberg mit 57 höher prädikatisierten Heilbädern und Kurorten zahlenmäßig das Bäderland Nummer eins in Deutschland ist. 15 Prozent aller Ankünfte und 27 Prozent aller Übernachtungen entfallen in Baden-Württemberg auf die Heilbäder und Kurorte. Die Wertschöpfung in diesen Orten liegt nach einer Erhebung des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr e. V. an der Universität München bei mehr als 40 Prozent der gesamten touristischen Wertschöpfung im Land. Wirtschaftsminister Ernst Pfister sieht die wirtschaftliche und arbeitsmarktpolitische Bedeutung der Heilbäder und Kurorte bestätigt: „Die Heilbäderwirtschaft stellt mit rund drei Milliarden Euro Gesamtumsatz einen außerordentlich starken Wirtschaftsfaktor in Baden-Württemberg dar“.
Die Gestaltungsspielräume in der Heilbäderwirtschaft sind in der Vergangenheit teilweise dramatisch geschrumpft: So sind die Zeiträume, in denen ein Produkt marktfähig angeboten werden kann, kürzer geworden. Trends lassen im Laufe der Zeit nach und sind nach einem gewissen Zeitraum wieder da. Dies sowie gesetzgeberische Veränderungen erschweren eine kontinuierliche langfristige Entwicklung. Zudem besteht deutschland- und europaweit ein heftiger Wettbewerb.
Das Strategische Konzept 2020 zielt auf eine noch stärkere Imageprofilierung der Heilbäder und Kurorte und eine überzeugende Darstellung ihrer Kompetenz ab, die der Bedeutung der Branche gerecht wird. Bausteine hierfür sind die ganzheitliche Gesundheit für Körper, Geist und Seele mit Prävention, Kur und Rehabilitation unter Einbeziehung gesellschaftlicher Aspekte wie Kunst und Kultur und Kommunikationsangebote. Unter anderem sollen die Infrastruktur und das Management verbessert, darauf aufbauend Märkte und neue Produkte entwickelt , ortsgebundene und –typische Heilmittel wieder in Wert gesetzt sowie eine Image- und Markenkampagne gestartet werden. Weitere Projekte des Konzepts sind die Gesundheit am Arbeitsplatz, Seniorenwirtschaft und eine lebenslange Gesundheitsbetreuung. Dazu gehören beispielsweise Präventionsangebote zum Erhalt und zur Stärkung der Arbeitsfähigkeit, Angebote zur Fitness im Alter und eine Gesundheitsbetreuung vom Kindesalter über das Arbeitsleben, das Seniorenalter bis hin zum hohen Alter.
Ernst Pfister begrüßte die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten bis hin zu den Verantwortlichen vor Ort bei der Erstellung der Bäderkonzeption: „Dies ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die herausgearbeiteten Ziele auch gemeinsam erreicht werden können und die baden-württembergische Bäderwirtschaft auch in den kommenden Jahren hervorragend aufgestellt ist.
Die bisher nur als Entwurf vorliegende Bäderkonzeption Baden-Württemberg – Strategisches Konzept 2020 wird demnächst auf der Website des Wirtschaftsministeriums abrufbar sein.

