High Tech im Kuhstall
Der erste Melkroboter im Landkreis Calw wurde in Speßhardt in Betrieb genommen. Der neue Roboter ist Teil eines Stall-Neubaukonzepts mit hohem Kuhkomfort.
Die 55 Kühe der Familie Weinmann können sich nun rund um die Uhr melken lassen. Der helle, luftige Stall wurde nach den Kriterien einer besonders artgerechten Tierhaltung gebaut und eingerichtet. Geräumig bemessen sind die neuen Liegeboxen für die Kühe und durch die Stroheinstreu in den Buchten liegen die Kühe weich und warm. 180.000 Euro hat die Familie Weinmann in die Melktechnik investiert.
„Wir wollen auf unserem Hof zufriedene Kühe haben“, so die beiden Betriebsleiter Fritz Weinmann mit seinem Sohn Ralf Weinmann, die von dieser Investition überzeugt sind. Von nun an können die Kühe selbst entscheiden, wann und wie oft sie gemolken werden wollen. Nacheinander betreten die Kühe selbstständig die vollautomatisch arbeitende Melkbox. Mit dem hydraulisch gesteuerten Multifunktionsarm am Euter wird das Melkzeug angesetzt. Die Reinigung der Zitzen, das Ansetzen der Melkbecher, die Überwachung des Melkens und das Abhängen des Melkzeugs erledigt das High Tech Gerät von selbst.
Am PC kann Familie Weinmann die vom Melkroboter erfassten Daten abrufen und schnell auf Unregelmäßigkeiten reagieren. Erkrankungen der Tiere lassen sich durch die neue Form der Datenerhebung oft schon sehr früh erkennen. „Die Eutergesundheit ist sehr viel besser geworden“, freut sich Ralf Weinmann.
Die Abteilung Landwirtschaft und Naturschutz des Landratsamtes Calw war in die Stallplanung und Finanzierung der Maßnahme mit eingebunden. Für den neuen Stall inklusive des Melkroboters konnte ein Zuschuss aus dem Agrarinvestitionsförderprogramm gewährt werden. Für die Familie Weinmann bringt der Melkroboter mehr Flexibilität im Arbeitsalltag und in der Tierbetreuung. „Der Roboter passt sich an die Erfordernisse der Kuh an, befreit aber auch den Landwirt aus der Sklaverei der Kuh“, so Landrat Hans-Werner Köblitz, der die Anlage gemeinsam mit Dr. Peter Schäfer und Christa Bührle-Stockburger von der Abteilung Landwirtschaft und Naturschutz besichtigte. Die Vorteile, die der Melkroboter auf Dauer bringe, komme den landwirtschaftlichen Betrieben und damit indirekt auch der Allgemeinheit zu Gute: „Die Landwirtschaft leistet eine außerordentlich wichtigen Beitrag zur Pflege und Erhaltung unserer Kulturlandschaft im Nordschwarzwald“, so der Landrat weiter.


