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Datensicherheit – auch für Kinder und Jugendliche

von PM am 14. Juli 2009

„Eine E-Mail ist nicht wie ein Brief im geschlossenen Umschlag – viel eher ist sie eine Postkarte, die unter Umständen jeder lesen kann.“ Boris Kraut vom Chaos-Computer-Club (CCC) Karlsruhe und seine beiden Kollegen Sven Braun und Hannes Frederic Sova nahmen den Teilnehmern des Fachtags „gekNackt im Netz“ jegliche Illusion von Anonymität und Datensicherheit im Internet: Denn dort ist tatsächlich schnell nackt, wer nicht aufpasst und sich seine Daten „klauen“ lässt – oder sie ohne Nachdenken weitergibt.

„Ich hoffe, wir können dazu beitragen, Kinder und Jugendliche besser zu schützen“, sagte Kreisjugendpfleger Guido Seitz in seiner Begrüßung zu der Veranstaltung im Jugendkulturtreff Kupferdächle, die vom AK-Medien Enzkreis/Pforzheim ausgerichtet wurde. Die Teilnehmenden erlebten dann mit zwei Vorträgen sowie vertiefenden Workshops einen „informativen und praxisnahen Fachtag“, so die durchweg positiven Rückmeldungen. Gelobt wurden vor allem die zahlreichen Tipps, wie Kindern und Jugendlichen die Themen vermittelt und sie dafür sensibilisiert werden können.

Die Experten vom CCC räumten in ihrem Vortrag ein, dass man immer schon Daten weitergegeben habe – beispielsweise beim Austausch von Telefonnummern – und dass es auch vor dem Computer-Zeitalter Menschen gegeben habe, die im Altpapier Adressen suchten, ausschnitten und verkauften. Heute jedoch seien Sammlung, Aufbereitung und Weitergabe  um ein Vielfaches einfacher – und dadurch auch der Missbrauch.

„Eine Payback-Karte dokumentiert ganz legal das persönliche Kaufverhalten oder die Teilnahme an Gewinnspielen“, gab Sven Braun zu bedenken. Gespannt verfolgten die Teilnehmer dann, wie leicht es für einen Hacker ist, einen scheinbar privaten Chat zu belauschen oder einen ganzen E-Mail-Account auszuspähen: Innerhalb weniger Minuten gelang dies Braun und Sova in einer kleinen Online-Demonstration.

Anschließend ging Simone Mühlbeyer-Kniehl in ihrem Vortrag („Berühmt im Netz“) auf die Motivation von Kindern und Jugendlichen ein, sich im Internet zu begegnen. Den anwesenden Eltern riet die Medienreferentin des Landes-Netzwerks der Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg, sich selbst einmal in einer Internet-Community als Kind anzumelden und dort Kontakte zu knüpfen: „So können Sie einen guten Eindruck bekommen.“ Sie warnte jedoch vor zu viel Misstrauen: „Wir sollten immer daran denken, dass dies ein ‚Lebensraum’ von Jugendlichen ist und die sich ausspioniert fühlen, wenn wir dort unaufgefordert auftauchen.“ Es sei in den meisten Fällen besser, sich vom Kind selbst zeigen zu lassen, wo es sich online bewegt.

Im Nachmittagsworkshop vertiefte Mühlbeyer-Kniehl den Fachvortrag und gab Tipps, wie sich Kinder und Jugendliche zu mehr Vorsicht bei der Datenweitergabe bewegen lassen. In einem zweiten Workshop beleuchtete Günther Hauck mögliche Sicherheitslücken im Netz: Von der richtigen Einstellung einer Firewall bis zum geschützten Online-Banking gab er wertvolle Informationen zur PC-Sicherheit. Der Leiter des Jugendzentrums in Birkenfeld, der dort regelmäßig Internet-Kurse für die Besucher anbietet, zeigte  beispielsweise, wie Passwort-Suchmaschinen von Hackern funktionieren. Sein Rat: „Nutzen Sie immer starke Passwörter, also Passwörter, die Buchstaben und Zahlen enthalten.“ Wichtig sei außerdem, die Passwörter von Zeit zu Zeit zu ändern.


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