Dinge, die die Welt nicht braucht

Deutsche Post plant “Brief im Internet”

Eines ist ganz sicher: es gibt vergnüglichere Beschäftigungen als den E-Mail-Provider zu wechseln. Zumindest, wenn es sich bei der betroffenen E-Mail-Adresse nicht um eine Jux-Adresse handelt sondern um die E-Mail-Adresse, die man für seriösen Schriftverkehr im Internet einsetzt.

Weil ich mir sicher war, dass ein Unternehmen, das schon seit sehr langer Zeit erfolgreich und zuverlässig Briefe und Pakete zustellt, dies in ähnlicher Qualität auch mit elektronischer Post machen würde, hatte ich mich vor vielen Jahren für eine E-Mail-Adresse der Post entschieden. Außerdem war vorname.nachname@epost.de eine E-Mail-Adresse, die durchaus Charme hatte. Hinzu kam – so meine ich mich erinnern zu können – ein Werbeversprechen, das mit suggerierte, dass ich diese E-Mail-Adresse mein Leben lang haben könnte, quasi so wie Straße, Hausnummer und Postleitzahl.

Manchmal kommt es anders und zweitens als man denkt

Aus lebenslang wurden gefühlte zwei Jahre – es waren tatsächlich fünf Jahre, dann stellte die Deutsche Post ihren E-Mail-Dienst wieder ein. Hätte man damals den Praktikanten befragt, wäre die Post heute nicht in der Situation, ein “wegweisendes neues Produkt der Zukunft” entwickeln zu müssen. Die Deutsche Post könnte problemlos einer der großen E-Mail-Provider in der Bundesrepublik sein. Auch 2005 hätte man schon darauf kommen können, dass eines sicher ist: “Wenn wir nicht in diesem Feld aktiv werden, dann machen es andere”, wie Jürgen Gerdes gegenüber Golem äußert. Und andere sind aktiv geworden und machen einen richtig guten Job. Im selben Jahr, in dem die Post ihren Dienst eingestellt hat, kam Gmail von Google auf den Markt. Laut einem aktuellen Test von Stiftung Warentest ist das kostenfreie Googlemail besser als 17 andere E-Mail-Dienste, einschließlich einiger kostenpflichtigen Angebote.

Welten treffen aufeinander

Vergleicht man Deutsche Post und Google, so wird schnell klar, warum die einen ausstiegen, als die anderen gerade erst angefangen haben. Hier treffen Welten aufeinander. Wer glaubt im Internet mit den selben Geschäftsmodellen erfolgreich sein zu können, wie bisher in der analogen Welt, wird finanziellen Schiffbruch erleben. Google hat dies ganz offensichtlich verstanden, während es keine Hinweise darauf gibt, dass die Deutsche Post auf dem richtigen Weg ist. Wer nicht versteht, wie Internet funktioniert, wird im Internet nicht erfolgreich sein können.

Vertrauen verspielt

Sicherlich galt die Deutsche (Bundes)Post einmal als zuverlässiges und vertrauenswürdiges Unternehmen. Mit der Einstellung von ePost hat die Deutsche Post Vertrauen, Zuverlässigkeit und den Nachweis von technischem Sachverstand verspielt. Im Gegensatz zu der Geschäftsführung der Deutschen Post haben wir Nutzer haben aus der Erfahrung mit ePost gelernt: Jeder E-Mail-Provider ist zuverlässiger als die Deutsche Post.

Ein Kommentar

  1. Deutsche Post plant “Brief im Internet”. Bitte nicht! http://enz.info/u/t

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