Verdacht auf Meningokokken-Erkrankung im Kreis Calw
Am Dienstag ist ein 45 jähriger Mann aus dem Kreis Calw plötzlich schwer erkrankt. Nach dem Verlauf besteht der Verdacht, dass es sich um die schwerste Verlaufsform der ansteckenden Meningokokken-Erkrankung, das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom, handelt.
Er befindet sich in kritischem Zustand in einer Pforzheimer Klinik.
Das Gesundheitsamt Pforzheim erhielt die Meldung am späten Abend des Mittwochs.
Der Verdacht konnte bis heute (Freitagvormittag) noch nicht durch eindeutige Laborergebnisse gesichert werden.
Die Kontaktpersonen wurden noch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in Zusammenarbeit der Gesundheitsdienste des Kreises Calw und des Enzkreises ermittelt. Sie haben alle die vorsorglich erforderliche Antibiotika Prophylaxe erhalten und sind gesund.
Meningokokken-Erkrankungen sind selten. Im Jahresmittel werden in Deutschland etwa 650 Erkrankungen gemeldet. Wenn Meningokokken-Erkrankungen auftreten verlaufen sie in etwa 70% der Fälle schwer und rufen eine Hirnhautentzündung (Meningitis) hervor. Bei der schwersten Form kommt es zu großflächigen Blutungen im gesamten Körper.
Die Gesamtsterblichkeit beläuft sich auch heute noch auf etwa 7%.
Gegen vier der fünf bekannten Meningokokken-Typen (A, C, W135, Y) gibt es einen Impfstoff. Gegen Typ B ist noch kein Impfstoff bekannt. Die Meningokokkenimpfung gegen den in Deutschland häufigsten impfverhütbaren Typ C ist seit 2006 im Impfkalender für Kinder enthalten.



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