Viele Züge übervoll
Enzkreis-Landrat und Pforzheimer OB fordern Verbesserungen im Bahn- und Stadtbahnverkehr
Die Schienenverbindungen im Enzkreis und in der Stadt Pforzheim werden in den vergangenen Jahren immer besser nachgefragt. Viele Pendler und Freizeitreisende nutzen inzwischen die Bahn. Diese erfreuliche Entwicklung führt jedoch vor allem im Berufsverkehr, aber auch am Wochenende, zu beengten Platzverhältnissen in den Zügen. Trotz punktueller Verstärkungen sind die Fahrzeugkapazitäten an ihren Grenzen angekommen oder haben diese bereits deutlich überschritten.
Landrat Karl Röckinger und der Pforzheimer Oberbürgermeister Gert Hager wandten sich daher dieser Tage schriftlich an die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVB) und die DB Regio AG. „Bei uns gehen immer wieder Klagen dazu ein“, weiß Röckinger. „Nach unserer Kenntnis konzentrieren sich die Beschwerden auf Fahrten, bei denen die IRE (Interregio-Express)-Verkehre lediglich mit vier Doppelstockwagen durchgeführt werden; bei den Stadtbahnlinien sind es die Fahrten, die nicht mit Doppeltraktion gefahren werden.“
OB und Kreischef begrüßen daher, dass die AVG gemeinsam mit der Verkehrsbetrieben Karlsruhe GmbH (VBK) insgesamt 30 hochmoderne Zwei-Systemfahrzeuge einer neuen Generation bestellt hat, die ab 2011 zum Einsatz kommen sollen. Nach ihrer Vorstellung könnte diese Neuanschaffung genutzt werden, im Berufsverkehr auf den Linien S5 und S6 durchgängig mit Doppeltraktion zu fahren. Ihr Wunsch an die DB Regio AG ist es, die Interregioexpresslinien durchgängig mit fünf Doppelstockwagen zu fahren. Am Wochenende wäre sogar ein sechster Wagen empfehlenswert, sind sie überzeugt.
Das heutige Angebot im Schienenpersonennahverkehr zwischen Karlsruhe, Bietigheim-Bissingen und Bad Wildbad wie auch zwischen Heidelberg, Karlsruhe, Bietigheim-Bissingen und Stuttgart ist das Ergebnis einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen den Aufgabenträgern des Nahverkehrs und den Verkehrsunternehmen, loben Hager und Röckinger. Die Vorteile des Systems, unterstützt durch eine attraktive Tarifgestaltung, hätten zu der deutlichen Nachfragesteigerung geführt. In Pforzheim ist man daher auch davon überzeugt, dass mit guten Angeboten eine weitere nachhaltige Steigerung des Fahrgastaufkommens erreicht werden kann.
„Sowohl aus der Bevölkerung als auch aus der Kommunalpolitik erreichen uns darüber hinaus zahlreiche Wünsche nach einer Taktverdichtung und der Realisierung zusätzlicher sowie einer Optimierung vorhandener Haltepunkte“, erklärt der Kreischef. Das Landratsamt und die Stadt sowie der Regionalverband Nordschwarzwald haben dies zum Anlass genommen, einen Untersuchungsauftrag vorzubereiten, mit dem die grundlegenden Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Schienenpersonennahverkehrs im Raum Pforzheim/Enzkreis untersucht werden sollen. „Selbstverständlich wird diese Untersuchung in enger Abstimmung mit dem Land Baden-Württemberg als Aufgabenträger des SPNV, aber auch mit den Verkehrsgesellschaften als maßgeblichem Verkehrsträger durchgeführt“, betont Röckinger.

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